Wie Architekten arbeiten ...


Was ist ein Architekt ?

Der Architekt ist Treuhänder und Berater des Bauherrn. Daran orientieren sich alle anderen Tätigkeiten: als Entwerfer, Gestalter, Verhandler bei Behörden, Konstrukteur, Techniker, Organisator, und so fort ...


Was tut der Architekt ?  

Er berät und organisiert seinen Auftrag nach den Bedürfnissen des Bauherrn und den Erfordernissen der Aufgabe. Er hört die Wünsche des Bauherrn an, reflektiert sie und berät dazu. Zusammen mit dem Bauherrn analysiert er den Bedarf, entwickelt Konzepte und konkretisiert aus den Wünschen eine klare Aufgabenstellung als Arbeitsbasis.


Wie arbeitet der Architekt ?

Die Arbeit der Architekten beginnt mit der Grundlagenermittlung. Hier wird beraten und, gemeinsam mit dem Auftraggeber, die Aufgabenstellung geklärt. 

In der Vorplanung wird ein Planungskonzept mit ersten Skizzen erarbeitet.

Hat sich der Auftraggeber für eine Vorplanungs-Variante entschieden, beginnt mit der Entwurfsplanung die stufenweise Durcharbeitung des Konzepts. Andere Fachleute, z.B. der Statiker, werden einbezogen und mit den Behörden wird verhandelt. 

Nächster Schritt ist die Genehmigungsplanung. Die Pläne werden mit Verwendung der Beiträge anderer Fachleute vervollständigt und bei der Behörde eingereicht.  


Nach der Genehmigung des Vorhabens beginnt die Ausführungsplanung mit allen wesentlichen Details für die Bauausführung.

Zugleich erstellt der Architekt für die (Auftrags-) Vergabe an die Firmen Mengenermittlungen und Leistungsverzeichnisse.

Der Architekt berät bei der Auftragsvergabe. Beauftragt werden die Firmen stets direkt vom Bauherren.


Der Bau beginnt – im Rahmen der Bauleitung steuert und kontrolliert der Architekt den Baufortschritt und die Qualität. Er prüft eingehende Rechnungen und erstellt die "Kostenfeststellung".

Nach Fertigstellung wird das Gebäude dokumentiert und übergeben. Der Architekt überwacht im Rahmen der Objektbetreuung noch die Gewährleistungszeit (meist fünf Jahre) und (manchmal leider notwendige) Nachbesserungen der Baufirmen.


Wie steht der Architekt zum Bauherrn ?  

Der Architekt ist nicht nur beauftragter Planer, das wäre zu wenig. Er ist vor allem Berater und Treuhänder seines Bauherrn.  Er setzt dessen Vorstellungen in Pläne um.

Er wahrt die Belange des Bauherrn in jeder Hinsicht, er zeigt ihm die Tragweite von Entscheidungen auf, er schützt ihn vor Übervorteilungen und bewahrt ihn nach Möglichkeit vor Fehlentscheidungen. 


Ein beiderseitiges Vertrauensverhältnis ist dafür unbedingte Voraussetzung.



Wie arbeitet man als Bauherr mit dem Architekten zusammen?


Lassen Sie uns genug Zeit zum Planen. Freunden Sie sich mit der Entwurfsidee an und lassen Sie sich die Intentionen erklären. Denken Sie sich rechtzeitig in den Plan ein und fragen Sie, falls Ihnen etwas unklar ist, sofort nach. Sprechen Sie direkt an, was Ihnen gefällt und was vielleicht anders werden sollte. Als Architekten brauchen wir diesen Gedankenaustausch, damit der Entwurf - zu Ihrer vollen Zufriedenheit - optimiert werden kann. Und: Ändern Sie nichts (wesentliches) mehr, wenn der Bauplan eingereicht ist. Übrigens: Fehler und Mehrkosten gehen zum größten Teil auf Änderungen während der Bauausführung zurück.


Braucht man den Architekten ?  

Bauen hat fast immer das Ziel eine bestehende Situation zu verbessern, etwa um besser zu wohnen, effektiver zu arbeiten oder kostengünstiger produzieren zu können.

Die beste Vorsorge gegen Unannehmlichkeiten beim Bauen ist gute Planung. Planung betrifft dabei nicht nur das gewünschte Endergebnis, sondern auch den Ablauf, also den Weg zum Ergebnis hin.



Genügt zum Bauen nicht der Bauunternehmer allein ?  


Vielleicht plant das Bauunternehmen auch selbst. Die Pläne zahlen Sie trotzdem, auch wenn sie nicht gesondert auf der Rechnung erscheinen. Denn notwendigerweise sind sie im Gesamtpreis einkalkuliert, also mit inbegriffen. Was Sie vermeintlich gespart haben, zahlen Sie also - unter dem Strich - mit höheren Baukosten.

"Planung und Ausführung in einer Hand" ?  -Was sich in der Werbung von Baufirmen zunächst scheinbar vernünftig und wirtschaftlich anhört, führt in der Praxis häufig genau zum Gegenteil. Der Schlüsselfertig-Bauunternehmer will dem Bauherrn sein Produkt verkaufen. Kann man es einem Bauunternehmen, das zugleich auch plant, verdenken, wenn bei der Planung weniger Gestaltungs und Qualitätskriterien als vielmehr die eigene Rendite im Vordergrund stehen?

Nachdem der Pauschalpreis vorweg fixiert ist, macht der Unternehmer seinen Gewinn damit, dass er spart, also möglichst wenig für den Bau ausgibt. Das geht zu Lasten der Qualität.

Damit gibt es - von Anfang an - einen ganz klaren Interessengegensatz - keine gute Konstellation. 


 

Bewährter Grundsatz: Planung und Ausführung trennen. 


Beim Planen und Bauen mit dem Architekten wird die Planung bis zum fertigen Entwurf im persönlichen Gespräch mit dem Bauherrn entwickelt. Der Architekt holt die verschiedenen Angebote ein und stellt genaue Leistungsverzeichnisse auf. Er prüft und vergleicht sie nicht nur im Hinblick auf die Kosten, sondern auch auf die Qualität und Vollständigkeit der angebotenen Leistungen.

Der Architekt berät mit seinem ganzen Fachwissen, der Bauherr entscheidet.

Die Bauausführung gehört in andere Hände, in die ausgewählter, fachkundiger Firmen und Handwerker.

Im Interesse des Bauherrn koordiniert und kontrolliert der Architekt alle am Bau Beteiligten. Nur so wird für den Bauherrn die jederzeitige Einflussnahme in allen Phasen des Planens und Bauens garantiert. Mit Ihrem Architekten haben Sie einen unabhängigen Berater, der frei von Unternehmens-,  Lieferanten- und Bankinteressen ist. Wollen Sie darauf verzichten?



Ist das Architektenhaus teurer ?  


Zusammengefasst:  Für das selbe Geld, oder sogar für weniger, als Sie für ein Allerwelts-Kataloghaus (vielleicht mit ein paar modischen Anpassungen) zahlen, können Sie auch "Ihr Haus", also ein individuelles und ganz auf Ihre Bedürfnisse zugeschnittenes Architektenhaus haben, das über viele Jahrzehnte einen solidenwirtschaftlichen und einen hohen ideellen Wert darstellt.



Hat der Architekt die Kosten im Griff ? 

 

Unabhängige Planung - exakte Ausschreibung - gewerkeweise Einzelvergabe und gewissenhafte Abrechung durch den Architekten führt am Ende zu einem finanziell deutlich günstigeren Ergebnis als der "Schlüsselfertigauftrag" an einen Bauträger oder Bauunternehmer. 


Die Kostenplanung ist integraler Teil jeder Planung. Die Kosten werden anfangs budgetiert, während des Planungsfortschrittes werden mehrere Kostenermittlungen, mit zunehmender Detaillierung und Genauigkeit aufgestellt. Die Kostenkontrolle, also der fortlaufende stetige Soll-Ist-Vergleich ist Standard.



Wie wird man Architekt ?


Die Berufsbezeichnung "Architekt" ist gesetzlich geschützt. Die Zugangsvoraussetzungen zum Architektenberuf sind strikt geregelt. Zunächst bedarf es des Studiums der Architektur an einer Universität oder Hochschule. 

Der erfolgreiche Abschluss berechtigt noch nicht dazu, sich "Architekt" zu nennen. Vor der Eintragung in die Architektenliste wird eine zweiährige Berufspraxis unter Anleitung eines eingetragenen Architekten vorausgesetzt. In Baden-Württemberg nennt sich diese Praxisphase AIP- Architekt/in im Praktikum.

Diese Vorschriften dienen letztlich dem Schutz des Bauherrn, der sich bei Beauftragung eines Architekten auf ein hohes Niveau verlassen können soll - sind also im besten Sinne Verbraucherschutz.


Wofür haftet der Architekt ?

Der Architekt haftet für alle eigenen, von ihm zu vertretenden Planungs- und Überwachungsfehler. Dafür hat er sich ausreichend zu versichern.